eFuels in der Baubranche –
welche Vorteile bieten synthetische Kraftstoffe?

Bei eFuels immer auf dem Laufenden bleiben?

a tractor is parked in the dirt near a pile of dirt

Was versteht man unter eFuel?

eFuels, auch als Power-to-Liquid-Kraftstoffe bezeichnet, sind synthetische Kraftstoffe, die mithilfe von Elektrizität hergestellt werden. Werden hierfür erneuerbare Energiequellen genutzt, können eFuels als Alternative zu fossilen Kraftstoffen eingesetzt werden. Sie sind mit bestehenden Verbrennungsmotoren und Infrastrukturen kompatibel und werden als eine mögliche Option für die schrittweise Defossilisierung des Verkehrssektors diskutiert.

Konsistenz: Synthetische Kraftstoffe ähneln in ihrer Zusammensetzung und ihren Eigenschaften fossilen Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel. Bei ihrer Nutzung wird CO₂ freigesetzt. Die Treibhausgasbilanz von eFuels hängt jedoch maßgeblich von den eingesetzten Energieträgern, den verwendeten Kohlenstoffquellen sowie den jeweiligen Produktionsbedingungen ab.

Warum sind eFuels für die Baubranche so wichtig?

Auch die Baubranche ist von nationalen und internationalen Klimaschutzzielen betroffen. Laut einer McKinsey-Studie zählt die Bauindustrie weiterhin zu den Branchen mit hohen Treibhausgasemissionen. Mit Blick auf die Klimaziele bis 2030 und darüber hinaus gewinnt die Frage an Bedeutung, wie fossile Energieträger in Baumaschinen und Fuhrparks schrittweise ersetzt oder ergänzt werden können. In diesem Zusammenhang werden synthetische Kraftstoffe als eine mögliche Option diskutiert, da sie in bestehenden Motoren und Infrastrukturen eingesetzt werden können und den Einsatz erneuerbar erzeugter Kraftstoffe ermöglichen.

eFuels Herstellung: Wie werden eFuels hergestellt?

eFuels werden durch die Umwandlung von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen in synthetische flüssige oder gasförmige Kraftstoffe hergestellt. Der Prozess zur Herstellung von eFuels umfasst mehrere Schritte:

  1. Elektrolyse: Zunächst wird mit Hilfe von erneuerbarer Energie wie Wind- oder Solarenergie Wasser elektrolysiert, um Wasserstoff (H2) zu erzeugen. Dieser Schritt erfordert Elektrolyseure, die Wasser in seine Bestandteile
    Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten.
  2. Bereitstellung von CO₂: Je nach Herstellungsverfahren kann Kohlendioxid (CO₂) aus der Atmosphäre oder aus industriellen Prozessen als Kohlenstoffquelle bereitgestellt werden.
  3. Synthese: Der hergestellte Wasserstoff und das Kohlendioxid werden dann in einer chemischen Reaktion zu synthetischen Kohlenwasserstoffen umgewandelt. Diese Reaktion kann durch verschiedene Verfahren wie Fischer-Tropsch-Synthese, Methanol-Synthese oder andere Technologien
    erfolgen.
  4. Raffination: Die synthetischen Kohlenwasserstoffe können dann raffiniert werden, um den gewünschten eFuel-Typ zu erzeugen. Je nach Verwendungszweck können dies Benzin, Diesel, Kerosin oder andere flüssige oder gasförmige Kraftstoffe sein.

eFuels tanken: Kann man synthetische Kraftstoffe in jeden Motor tanken?

Kurzum: Ja. Grundsätzlich können synthetische Kraftstoffe in sämtlichen Motoren verwendet werden, die für den Betrieb mit herkömmlichen fossilen Brennstoffen ausgelegt sind.

Grund dafür sind ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften, die denen von fossilen Brennstoffen ähnelt. Dies bedeutet, dass sie in den meisten PKWs, Lastwagen, Bussen, Flugzeugen und Schiffen genutzt werden können, die mit Benzin, Diesel oder Kerosin betrieben werden.

Aber auch für Motoren in der Baubranche sind eFuels perfekt geeignet – wie beIspielsweise:

  • Dieselmotoren (Landmaschinen, Baumaschinen und Nutzfahrzeuge)
  • Diesel-Hybridsysteme (Bagger und Radlader)
  • Diesel Elektroantriebe (Kompressoren)

Welche Klimaziele verfolgt Deutschland bis 2045?

Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes 2019 hat die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Dieser Zielpfad für die Minderung der Treibhausgas-Emissionen ist wie folgt festgelegt: bis 2030 um mindestens 65 %, bis 2040 um mindestens 88 % und bis 2045 Erreichung von Netto-Treibhausgasneutralität. Nach 2050 sollen dann nur noch negative Treibhausgas-Emissionen erzielt werden.

eFuels Kosten: Was kostet ein Liter synthetischer Diesel?

In verschiedenen Testanlagen und Laboren werden aktuell aktuell stetig wachsende Mengen eFuels produziert. Der Preis für die Herstellung größerer Mengen läge heute noch bedeutend höher als der von fossilen Kraftstoffen. Doch verschiedene Studien sehen die Herstellungskosten bei konsequenter Weiterentwicklung der Produktionstechnik in absehbarer Zeit bei circa 1 Euro pro Liter.

Wann kommen eFuels auf den Markt?

eFuels sind bereits auf dem Markt, befinden sich aber noch in einer frühen Entwicklungsphase. Daher sind sie derzeit noch teurer als herkömmliche fossile Brennstoffe. Es gibt jedoch einige Pilotprojekte und erste Anwendungen in der Luft- und Schifffahrt sowie im Motorsport, bei denen eFuels zum Einsatz kommen. Die flächendeckende Versorgung ist für die nächsten Jahre geplant.

Was spricht gegen eine volle Elektrifizierung von Fuhrparks und Baumaschinen?

Die Elektrifizierung wird als eine mögliche Option zur Verringerung von Treibhausgasemissionen im Fuhrpark- und Baumaschinensektor diskutiert. Gleichzeitig bestehen derzeit Herausforderungen, die ihre Umsetzung in bestimmten Anwendungsbereichen erschweren können:

  • Kosten: Elektrisch angetriebene Fahrzeuge und Baumaschinen sind derzeit häufig mit höheren Anschaffungskosten verbunden als vergleichbare konventionelle Modelle.
  • Reichweite: Je nach Einsatzprofil können elektrische Fahrzeuge und Baumaschinen geringere Reichweiten aufweisen als vergleichbare Fahrzeuge und Maschinen mit flüssigen Kraftstoffen. Insbesondere bei langen Einsatzzeiten oder in abgelegenen Gebieten kann dies eine Herausforderung darstellen.
  • Ladeinfrastruktur: Für den Betrieb elektrischer Fahrzeuge und Maschinen ist eine entsprechende Ladeinfrastruktur erforderlich, die nicht in allen Einsatzbereichen verfügbar ist.
  • Batterien und Recycling: Batterien verfügen über eine begrenzte Nutzungsdauer und müssen gegebenenfalls ersetzt werden. Zudem befinden sich Recycling- und Verwertungssysteme für Batterien in vielen Bereichen weiterhin im Ausbau.
  • Notwendigkeit von Hybrid-Lösungen: In bestimmten Anwendungen, insbesondere bei schweren Baumaschinen, können unterschiedliche Antriebskonzepte zum Einsatz kommen. Hierzu zählen auch Hybridlösungen, die elektrische und andere Antriebsarten kombinieren.

Kurzum: Die Transformation des Fuhrpark- und Baumaschinensektors wird voraussichtlich den Einsatz verschiedener Technologien und Maßnahmen erfordern, um die nationalen und internationalen Klimaziele wirtschaftlich und planungssicher zu unterstützen.

eFuels lagern: Kann man eFuels problemlos lagern?

Ja, eFuels können in Tanks gelagert werden, ähnlich wie herkömmliche fossile Brennstoffe.

eFuels kaufen: Wo bekommt man eFuels?

eFuels sind bisher in Deutschland noch nicht in großen Mengen flächendeckend erhältlich. Es gibt jedoch Unternehmen, die bereits eFuels produzieren und vertreiben. Die Verfügbarkeit kann je nach Region variieren.

Zudem arbeiten auch einige Automobilhersteller aktiv an der Entwicklung beziehungsweise Weiterentwicklung von eFuels und haben Partnerschaften mit eFuel-Produzenten angekündigt. Darüber hinaus wollen diverse Tankstellenbetreiber wie die Partner des eFuels-Forums in Zukunft eFuels anbieten, sobald sie verfügbar sind.
Wer also eFuels kaufen möchte, sollte Sie zunächst lokale Energieunternehmen oder Tankstellenbetreiber kontaktieren, um festzustellen, ob sie diese Produkte anbieten oder ob es Pläne gibt, sie in Zukunft vertreiben.

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